Ein unterschätzter kf-Wert aus einem Laborversuch an einer gestörten Probe hat schon manche Baugrube in der Kölner Bucht volllaufen lassen – in Troisdorf mit seinen Terrassenkiesen und Auelehmen der Agger ist das Risiko real. Die Wasserhaltung einer Baugrube oder die Dimensionierung einer Versickerungsanlage nach DWA-A 138 steht und fällt mit der tatsächlichen Durchlässigkeit des anstehenden Bodens im ungestörten Verbund. Deshalb setzen wir bei inhomogenen Schichtfolgen, wie sie zwischen Wahner Heide und Siegmündung vorkommen, konsequent auf den Felddurchlässigkeitsversuch in Kombination mit der Korngrößenanalyse zur Validierung der Schichtansprache. Der Versuch liefert den Bemessungswert, den kein noch so sorgfältiger Laborversuch an einer Sondierprobe ersetzen kann – und die örtliche Erfahrung mit den wechselhaften quartären Ablagerungen fließt bei jeder Messkampagne in die Auswertung ein.
Der Lefranc-Versuch misst die Durchlässigkeit dort, wo sie zählt – im ungestörten Bodenverband und unter realen Grundwasserbedingungen.
Leistungsmerkmale in Troisdorf

Typische technische Herausforderungen in Troisdorf
In Troisdorf beobachten wir regelmäßig, dass bei Erkundungskampagnen im Übergangsbereich zwischen der Niederterrasse und den Auenablagerungen der Agger nur ein einziger kf-Wert für den gesamten Bauabschnitt angesetzt wird – ein Vorgehen, das bei der ersten Grundwasserabsenkung böse Überraschungen bereithält. Die ungleiche Wasserwegigkeit in den Wechsellagerungen aus Kieslinsen und tonigem Schluff führt zu unerwarteten Restwasserzutritten, die eine offene Wasserhaltung mit Dränagen überfordern und im schlimmsten Fall hydraulische Grundbrüche auslösen. Besonders kritisch wird es bei Trogbaugruben unter der freien Grundwasseroberfläche: Ohne belastbare Durchlässigkeitsbeiwerte aus Feldversuchen bleibt die Dimensionierung der Brunnen, die Berechnung der Reichweite der Absenkung und die Abschätzung der Setzungen im Umfeld eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten. Ein solider Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc, über die relevanten Tiefenstufen verteilt, kostet im Vergleich zu den Risiken einer unzureichenden Wasserhaltung wenig und liefert dem Tragwerksplaner die Zahlen, mit denen er nach EC 7, Abschnitt 2.4.1, den Grenzzustand der Tragfähigkeit zuverlässig nachweisen kann.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum für Felddurchlässigkeitsversuche in Troisdorf deckt die gesamte Prozesskette ab – von der bohrtechnischen Vorbereitung bis zum auswertefertigen Prüfbericht:
Lefranc-Versuche im Lockergestein
Durchführung von Versickerungsversuchen mit konstanter oder fallender Druckhöhe in Rammkern- oder Spülbohrungen. Inklusive geologischer Schichtaufnahme, Auswahl repräsentativer Prüfstrecken und instationärer Auswertung nach Hvorslev für geringdurchlässige Horizonte.
Lugeon-Versuche im klüftigen Fels
Wasserdruckversuche mit fünf Druckstufen zur Bestimmung des Lugeon-Werts und der Gebirgsdurchlässigkeit. Besonders geeignet für die Baugrundbeurteilung in den devonischen Festgesteinszonen im östlichen Stadtgebiet von Troisdorf.
Gängige Fragen
Was kostet ein Lefranc-Versuch in Troisdorf?
Ein einzelner Lefranc-Versuch bewegt sich in Troisdorf je nach Bohrtiefe, Anzahl der Prüfstrecken und Bohrmethode in einem Rahmen von ca. €630 bis €870. Der Preis umfasst die bohrtechnische Herstellung des Prüfabschnitts, die eigentliche Versuchsdurchführung mit elektronischer Wasserstandsmessung und die Auswertung nach DIN EN ISO 22282-2 mit Prüfbericht.
Wann ist ein Lugeon-Versuch statt eines Lefranc-Versuchs sinnvoll?
Ein Lugeon-Versuch kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Untergrund aus klüftigem Fels besteht – wie in Teilen von Troisdorf-Spich, wo das devonische Grundgebirge ansteht. Im Lockergestein – also in Kiesen, Sanden und Schluffen der Rheinterrassen – ist der Lefranc-Versuch das richtige Verfahren. Die Entscheidung treffen wir nach der ersten Sondierbohrung anhand des tatsächlich angetroffenen Schichtenprofils.
Wie viele Felddurchlässigkeitsversuche brauche ich für mein Bauvorhaben?
Die Anzahl richtet sich nach der Variabilität des Untergrunds und der Größe des Baufelds. In den heterogenen quartären Ablagerungen Troisdorfs empfehlen wir mindestens einen Versuch pro hydrogeologisch unterscheidbarer Einheit – bei großen Grundstücken mit Auelehmüberdeckung und darunter liegenden Terrassenkiesen sind das in der Regel zwei bis drei Prüfstrecken. Die genaue Festlegung erfolgt in Abstimmung mit dem Baugrundgutachter auf Basis der Vorerkundung.