Troisdorf hat sich von einer mittelalterlichen Siedlung zu einem bedeutenden Industriestandort zwischen Sieg und Rhein entwickelt, dessen Untergrund durch die jahrtausendelange Dynamik der Flussterrassen geprägt ist. Auf rund 62 Quadratkilometern Stadtfläche wechseln sich sandige Kiese der Niederterrasse mit Auelehmen und vereinzelten Lössinseln ab, was die geotechnische Planung jedes Bauvorhabens zu einer anspruchsvollen Aufgabe macht. Unser Team begleitet seit Jahren Projekte in der Region und führt den Triaxialversuch als zentrales Instrument zur Bestimmung der Scherparameter durch, wenn einfache Rahmenscherversuche an ihre Grenzen stoßen. Gerade bei heterogenen Baugrundverhältnissen, wie sie entlang der Agger oder im Bereich des Troisdorfer Bahnhofsquartiers auftreten, ermöglicht der Triaxialversuch eine wirklichkeitsnahe Simulation des Spannungszustands im Boden. Ergänzend zur Laboranalyse setzen wir im Vorfeld oft eine SPT-Bohrung ein, um ungestörte Proben aus definierten Tiefen zu gewinnen, bevor wir im Labor die Drainagebedingungen des Triaxialversuchs exakt auf die spätere Bauwerksbelastung abstimmen.
Der Triaxialversuch liefert nicht nur einen einzelnen Reibungswinkel, sondern das vollständige Spannungs-Dehnungs-Verhalten des Bodens – die Grundlage jeder wirtschaftlichen und standsicheren Bemessung.
Leistungsmerkmale in Troisdorf

Typische technische Herausforderungen in Troisdorf
Mit rund 76.000 Einwohnern und einer Höhenlage zwischen 50 und 200 Metern über NHN liegt Troisdorf in der Erdbebenzone 1, was nach DIN 4149 moderate seismische Einwirkungen für Bauwerke der Bedeutungskategorie III bedeutet. Wer bei der Baugrunderkundung auf den Triaxialversuch verzichtet und stattdessen pauschale Bodenkennwerte aus Tabellen verwendet, unterschätzt die kombinierte Belastung aus Bauwerkslast und dynamischer Anregung im Erdbebenfall. Besonders kritisch wird dies bei mehrgeschossigen Gewerbebauten entlang der L332 oder bei der Nachverdichtung innerstädtischer Flächen, wo die Kenntnis des tatsächlichen E-Moduls unter zyklischer Beanspruchung über die Wahl des Gründungssystems entscheidet. Ein unzureichend erkundeter Baugrund kann zu differenziellen Setzungen führen, die erst Jahre nach Fertigstellung sichtbar werden und deren Sanierungskosten die ursprünglichen Erkundungsinvestitionen um ein Vielfaches übersteigen. Der Triaxialversuch minimiert dieses Restrisiko, indem er die Steifigkeit des Bodens bei den tatsächlich auftretenden Spannungsniveaus abbildet und so eine Überdimensionierung vermeidet, ohne die Sicherheit zu kompromittieren.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum im Bereich der Labor- und Feldversuche ist darauf ausgelegt, die aus dem Triaxialversuch gewonnenen Kennwerte in einen vollständigen geotechnischen Beratungskontext einzubetten. Von der Probenentnahme im Feld bis zur numerischen Modellierung der Bauwerksinteraktion stellen wir sicher, dass jede Kennzahl belastbar und baupraktisch verwertbar ist.
Triaxiale Laborversuche (CD/CU/UU)
Durchführung konsolidierter und unkonsolidierter Triaxialversuche an bindigen und nichtbindigen Böden. Ermittlung des vollständigen Spannungs-Dehnungs-Diagramms inklusive Porenwasserdruckentwicklung für die effektive Spannungsanalyse.
Probenentnahme und Transportlogistik
Gewinnung ungestörter Sonderproben nach DIN EN ISO 22475-1 mittels Kernbohrung oder SPT. Klimatisierter Transport zum Labor innerhalb von 4 Stunden, um Probenveränderungen durch Austrocknung zu verhindern.
Geotechnische Bemessungsberichte
Aufbereitung der Triaxialergebnisse in standsicherheitstechnischen Nachweisen für Grundbruch, Böschungsbruch und Setzungsberechnung. Übergabe der Mohr-Coulomb-Parameter als direkte Eingangsgröße für Ihre FEM-Software.
Gängige Fragen
Was kostet ein Triaxialversuch in Troisdorf für eine Standard-Bodenprobe?
Für einen einzelnen Triaxialversuch mit drei Einzelstufen (konsolidiert-drainiert) an einer bindigen Probe bewegen sich die Kosten in Troisdorf zwischen €1.840 und €2.680, abhängig vom Probendurchmesser und der erforderlichen Konsolidierungsdauer. Bei rolligen Böden mit geringerer Konsolidierungszeit liegt der Aufwand eher am unteren Rand dieses Bereichs.
Welche Versuchsart ist für die Bemessung einer Tiefgarage im Grundwasserbereich von Troisdorf geeignet?
Für eine Tiefgarage unter Auftriebskräften des Grundwassers empfehlen wir einen konsolidiert-undrainierten Triaxialversuch (CU) mit Porenwasserdruckmessung. Damit lassen sich sowohl die effektiven Scherparameter für den Endzustand als auch die undränierte Scherfestigkeit für die Bauphase ermitteln, was für die Auftriebssicherheit nach DIN EN 1997-1 unerlässlich ist.
Wie unterscheidet sich der Triaxialversuch von einem einfachen Rahmenscherversuch?
Der Triaxialversuch bietet gegenüber dem Rahmenscherversuch den entscheidenden Vorteil, dass die Bruchfläche nicht vorgegeben wird, sondern sich frei in der Probe ausbilden kann. Zudem wird der Porenwasserdruck kontrolliert gemessen, was eine Trennung von Total- und Effektivspannungen ermöglicht – bei wassergesättigten Böden der Aggeraue ein unverzichtbarer Parameter für realistische Standsicherheitsnachweise.
Wie lange dauert die Durchführung und Ergebnislieferung für einen Triaxialversuch?
Die reine Versuchsdurchführung an drei Teilschritten dauert etwa 3 bis 5 Tage, wobei der Großteil der Zeit auf die Konsolidierungsphase entfällt, in der die Probe unter dem vorgegebenen Zelldruck bis zum Abklingen der Porenwasserdrücke verbleibt. Der Prüfbericht mit Mohr-Coulomb-Diagramm und Spannungs-Dehnungskurven liegt in der Regel innerhalb von 8 Werktagen nach Probeneingang vor.
Können auch rollige Kiese aus der Siegniederung im Triaxialversuch geprüft werden?
Rollige Böden mit Größtkorn bis 20 mm können in Triaxialzellen mit 100 mm Probendurchmesser geprüft werden. Allerdings ist bei stark durchlässigen Kiesen die Konsolidierung praktisch sofort abgeschlossen, sodass wir hier meist ein CD-Versuchsprogramm fahren. Größere Fraktionen erfordern eine Absiebung oder den Einsatz von Großrahmenschergeräten, was wir im Einzelfall abstimmen.